Fliegen mit Baby oder Kleinkind: 7 Tipps für das Handgepäck

Als ich zum ersten Mal mit dem Jungen in den Urlaub geflogen bin, war er 8 Monate alt. Ganz ehrlich: ich wäre wirklich gerne eine von diesen lässigen Müttern, die mit einem Säugling gut gelaunt und hübsch frisiert in den Flieger steigen und dann tiefenentspannt im Urlaub ankommen. Leider bin ich schon von Natur aus eher unentspannt und so war ich bei unserem ersten Flug schon beim Einsteigen nassgeschwitzt vor Aufregung. Man bedenke: Der Mann und ich sind Flugprofis, auch bei Langstreckenflügen. Unglaublich, wie einen so ein Flug nach Mallorca plötzlich nervös machen kann, weil man ein Baby auf dem Schoss hat.

Inzwischen sind wir mit dem Jungen schon öfter geflogen und jetzt auch deutlich gelassener an Bord. Übung macht den Meister. Und: eine gute Vorbereitung entspannt deutlich! Deshalb stelle ich euch heute meine Topptipps für einen entspannten Flug mit Baby und Kleinkind vor.

1) Nur EINE Tasche für alles, was ihr an Bord braucht

Wenn zwei Elternteile mit Baby fliegen, dürft ihr drei Handgepäckstücke mit ins Flugzeug nehmen (1x Mama, 1x Papa, 1x Kind) – bitte kommt nicht auf die Idee, für jeden eine eigene Tasche zu packen. Dann müsst ihr drei Taschen organisieren und jeder muss sein Zeug aus seiner eigenen Tasche rausfummeln. Besser: Packt nur eine Tasche mit allem, was ihr an Bord braucht (Snacks, Spielsachen, Schnuller, Trinkflasche, etc). Die anderen beiden Handgepäckstücke befüllt ihr mit Sachen, die erst vor Ort benötigt und verstaut sie im Gepäckfach.

2) Mit einem Griff das Richtige: Sortieren in Klarsichtbeuteln

Ein super Tipp, den ich bei mamiblock.de gesehen habe: nicht nur die Flüssigkeiten, sondern auch alles andere thematisch sortiert in Klarsichtbeutel packen. So findet ihr auch in der großen Wickeltasche mit einem Griff, was ihr sucht. Ich habe einen Beutel mit Wechselklamotten für den Jungen, einen Beutel mit Wechselklamotten für mich, einen Beutel mit Snacks, einen Beutel mit Spielsachen, usw. Man kann hierfür ganz einfach Gefrierbeutel mit Zip-Verschluss verwenden. Diese Gefrierbeutel sind übrigens auch praktisch am Strand: Smartphone und Tablet sind darin vor Wasser und Sand geschützt und der Touchscreen funktioniert immer noch.

3) Keine Chance für Ohrenschmerzen

Ich leide hin und wieder an Ohrenschmerzen bei der Landung und habe natürlich prompt Angst, dass das auch den Jungen trifft.

Kau- und Schluckbewegungen sollen helfen, deshalb nehme ich für mich Kaugummis. Für Babys tut es ein Fläschchen oder Mamas Brust bei Start und Landung, um für die Schluckbewegung zu sorgen. Bei Kleinkindern am besten schon während Start und Landung Snacks und Getränke bereithalten. Der Junge liebt Gummibärchen. Er kaut lange darauf rum, deshalb sind sie super geeignet für Start und Landung. Natürlich funktioniert auch alles andere, was lange gekaut oder gelutscht wird wie Rosinen, Obststücke, Bonbons (bei größeren Kindern).

Wir haben beim letzten Flug außerdem Ohrenstöpsel von Sanhora Fly getestet, die gibt es für Erwachsene und Kinder. Mein Mann und ich konnten allerdings keinerlei Verbesserung feststellen – im Gegenteil: die Dinger waren unangenehm zu tragen, wir haben den ganzen Flug schlecht gehört und die Schmerzen bei der Landung waren sogar außergewöhnlich heftig – daher keine Empfehlung von uns.

Der Kinderarzt und der Apotheker empfehlen für den Jungen abschwellende Nasentropfen vor dem Flug, um Ohrenschmerzen vorzubeugen und wenn die Kinder wirklich akute Ohrenschmerzen haben, hilft laut Kinderarzt ein Ibuprofenzäpfchen (Achtung, diesen Ratschlag habe ich von meinem Kinderarzt erhalten. Von meiner Seite gibt es selbstverständlich keine medizinische Empfehlung, bitte besprecht das mit eurem Arzt).

Fazit: über Ohrenschmerzen mache ich mir jede Menge Gedanken, aber Fakt ist: während mein Mann und ich häufig Probleme hatten, ist der Junge bisher unbeirrt fröhlich und ziemlich unbeeindruckt von der Landung.

4) Unterhaltung an Bord: Allroundgenie Smartphone oder Tablet

Auch wenn ihr sonst dagegen seid, eure Kinder vor ein elektronisches Gerät zu setzen: auf Flügen ist ein Tablet Gold wert! Wir selbst haben ein Kindle Fire, das vollgeladen ist mit Medien für die ganze Familie: Bücher, Musik und Hörbücher für die Erwachsenen und jede Menge Unterhaltung für den Jungen: Apps mit Puzzlen und Tieren, die Geräusche machen. Kleine Spiele wie Dr. Pandas Eiswagen (der Junge kreiert gerne seine eigenen Eissorten), kurze Videos; Fotos von Familie und Freunden und vor allem jede Menge Bilder- und Vorlesebücher, die den Gepäckrahmen sprengen würden. Der Junge liebt das Tablet, er weiß, dass es nur zu besonderen Gelegenheiten zum Einsatz kommt und beschäftigt sich dann ausgiebig damit. Weitere App-Empfehlungen für Kinder gibt es zum Beispiel hier: www.ene-mene-mobile.de

5) Unterhaltung an Bord II: Spiel- und Beschäftigungsideen

Auch hierfür hat Julia von Mamablock.de ein paar schöne Ideen: Unser Junge mag besonders die Stickerpixi-Hefte, er beklebt kurzerhand den kompletten Vordersitz inklusive Fenster und ist damit eine ganze Weile beschäftigt. Die Aufkleber kann man später übrigens ganz leicht wieder abknibbeln. Schön finde ich auch die Idee, ein paar kleine Spielsachen (muss nix neues sein) in Geschenkpapier zu verpacken – der Überraschungseffekt sorgt für gute Laune.

Hier noch mehr Inspirationen von Julia von mamiblock:

6) Snacks, Snacks, Snacks

Ihr esst doch während einer Reise auch doppelt so viel wie sonst? Kaum ist der Reisebus um die erste Kurve gefahren oder der Zug aus dem Bahnhof gerollt, wird die kalte Lasagne vom Vortag ausgepackt, ein hartgekochtes Ei geschält oder das Bordrestaurant aufgesucht. Haltet die Kids bei Laune, indem ihr im Flugzeug immer genügend Snacks dabei habt. Klar, was Gesundes ist gut, aber es dürfen auch ein paar Süßigkeiten sein, falls die Stimmung kippt: Obstschnitze, Quetschies, Fruchtschnitten, Brezeln, Cracker, Kekse, Lutscher, Gummibärchen, Sandwiches. Die Kids werden sich freuen (die Erwachsenen auch) und genügend Snacks schonen Nerven und Geldbeutel.

7) Mitbestimmung

Seit der Junge kein Baby mehr ist, wird er in unseren Alltag einbezogen und darf mitbestimmen. Welche Snacks sollen mit ins Flugzeug? Obstschnitzel, Quetschies, Cracker, Brezeln? Von allem etwas? Auch beim Packen darf der Junge helfen. Jetzt hat er endlich seinen eigenen Koffer von Trunki, den kann er selbst bestücken, selbst ziehen und er kann am Flughafen drauf sitzen – darauf ist er sehr stolz und beteiligt sich begeistert an den Urlaubsvorbereitungen.

Wir steigen im Herbst wieder in ein Flugzeug und machen nochmal einen späten Strandurlaub. Mit diesen Methoden sind wir bisher immer ganz gut gefahren. Einen Langstreckenflug haben wir bisher noch nicht gewagt, er steht aber oben auf der Liste 🙂 Wie geht es euch beim Fliegen mit Kindern? Habt ihr Tipps und Tricks? Vielleicht grade für die Langstrecke? Oder für größere Kinder? Lasst es mich wissen, ich bin gespannt 🙂

Bis dahin: schönen Urlaub!

 

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