Warum All inclusive-Urlaub mit Kindern eine prima Sache ist

Versteht mich nicht falsch – ich bin schon  mit dem Rucksack durch Asien, mit dem Mietwagen durch Südafrika und mit dem Interrail-Ticket durch Europa gereist. Immer den Lonely Planet dabei, abends bei einem Bierchen mit anderen Backpackern fachsimpelnd, warum das die einzig wahre Art ist, ein Land zu erkunden.

Heute ist das ein bisschen anders. Erstens fühle ich mich inzwischen wirklich zu alt für Schlafsäle in Hostels mit dem miefigen Geruch fremder Socken und zweitens will ich in meinem Urlaub inzwischen lieber Erholung als Abenteuer. Und dazu gehören dann wirklich so ganz banale Sachen wie “Nicht die Spülmaschine ausräumen müssen”.

Vor ein paar Jahren hatten der Mann und ich einmal getestet, was mein Papa früher immer abfällig als Neckermann- oder Heinz und Hannelore-Urlaub bezeichnet hat: wir haben pauschal einen All inclusive-Urlaub gebucht. Ich hatte den Mann nämlich mit dem Rucksack durch Vietnam geschleppt und er forderte als Ausgleich einen Erholungsurlaub, in dem er keinen Finger krumm machen muss. So trat ich meine erste Pauschal-Reise an, Ziel war ein Adults only-Resort in Mexiko – es war der Himmel auf Erden und so ziemlich der entspannendste Urlaub, den ich je hatte.

All inclusive-Urlaub mit Kindern

Als wir dann plötzlich zu dritt waren und unser Leben von Wäschebergen, wenig Schlaf, Essensresten auf den Boden und an den Wänden regiert wurde, sehnte ich mich zurück nach dieser völligen Entspannung mit Blick aufs Meer und jemandem, der mir einen Cocktail am Strand serviert. Also war klar, dass wir All inclusive auch mal mit Kind ausprobieren müssen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand:

  1. Wir müssen uns um nichts kümmern.
  2. Den ganzen Tag gibt es warmes Essen in allen Variationen (es sollte also auch für den kritischsten Kindergaumen irgend etwas Essbares dabei sein ), es gibt Obst (für das gute Gewissen), Eis (für die schnelle Ruhigstellung der Kinder) und Alkohol (für die Entspannung der Eltern).
  3. Es gibt Wasserparks, Kinderanimation und sogar Kinderbetreuung, die den Kleinen Spaß und den Großen Ruhe versprechen.
  4. Wir müssen uns um nichts kümmern.

 

Familienurlaub, All inklusive, Blue Lagoon Village, Kos

Die Recherche

Also habe ich recherchiert: die schicken Adults only-Resorts waren diesmal natürlich gestrichen, aber es gibt schließlich unzählige Hotels, die sich auf das Rundum-Sorglos-Paket für Familien spezialisiert haben. Und da wurde es für mich spannend: ich liebe es, Hotels zu recherchieren, zu vergleichen, Bewertungen zu lesen, auf Google Maps die Strandnähe zu checken und so weiter. Es ist nämlich so: nicht jedes All inclusive-Konzept für jeden geeignet ist. Man will mit Familie ja nicht in irgend einem Club voller feierwütiger Junggesellenabschiede landen. Und auch “Familienhotels” sind sehr unterschiedlich. Denn trotz Kinderunterhaltung will ich auch Ruhezeiten und keine Daueranimation, ich lege Wert auf ein schönes Zimmer und beim Essen bin ich besonders pingelig. Denn hier kommt der Knackpunkt: was bringt mir ein All inclusive-Urlaub, in dem alle Mahlzeiten schon bezahlt sind, wenn ich mich eine Woche lang von labbrigen Pommes und Pumpkannenkaffee ernähren muss? Eben.

Übrigens hat uns auch das oft angepriesene Robinson-Club-Konzept überhaupt nicht zugesagt, auch wenn die Damen im Reisebüro der Meinung waren, das sei genau das, was wir suchen. Das sehr teure Angebot im Robinson-Club beinhaltete ein Doppelzimmer ohne Klimaanlage und ohne Sitzgelegenheit, aber “man sei im Urlaub ja auch gar nicht auf seinem Zimmer”. Wer das behauptet, hat kein Kleinkind, das noch Mittagsschlaf hält und abends früh ins Bett geht, während die Eltern auf der Terrasse noch was trinken oder im geräumigen Zwei-Raum-Zimmer noch ein bisschen fernsehen wollen.

Das Ziel

Wir recherchierten also lieber selbst und für einen ähnlichen Preis, den wir im Robinson-Club bezahlt hätten, bekamen wir in einem 5-Sterne-Resort eine Suite mit zwei Zimmern, einer großen Terrasse mit Loungemöbeln und – weil es ein super Frühbucherangebot war – sogar einem eigenen Pool. Im Herbst verbrachten wir unseren Urlaub also im Blue Lagoon Village auf Kos.

Die Anlage wurde erst vor wenigen Jahren neu gebaut und bietet weitläufige Pools, einen eigenen Wasserpark für Kinder, zwei Spielplätze, einen privaten, sehr schönen Strandabschnitt und eine nette und wenig nervige Kinderanimation. Für mich mit am wichtigsten: es gibt fünf Restaurants und das Essen hat all meine Erwartungen übertroffen. Serviert wurde die beste griechische Küche, die ich je gegessen habe. Und die Dessertauswahl, die auf Geschirr aus Schokolade serviert oder von einem Schokobrunnen begleitet wurde, lässt mich heute noch in Träumen schwelgen.

 

Wir hatten einen fabelhaften Urlaub, in dem alle auf ihre Kosten kamen. Der Mann konnte stundenlang am wunderschönen Strand liegen und aufs Meer blicken, der Junge im Wasserpark spielen, die hoteleigenen Katzen jagen, Pommes mit Tzatziki essen, fasziniert dem TUI-Maskottchen beim Tanzen zuschauen und Burgen am Strand bauen und ich habe Desserts auf Geschirr aus purer Schokolade gegessen, einen Cocktail getrunken und dabei einem Gitarrenspieler gelauscht, der den Titelsong von den Gilmore Girls gespielt hat.

Fazit

Wir werden wahrscheinlich nicht für den Rest unseres Lebens All inclusive-Urlaube machen, denn auf meiner Bucket List stehen unter anderem auch noch ganz viele Metropolen, USA-Roadtrips, ein schnuckeliges skandinavisches Ferienhaus, New York again, Japan (mein ewiger Traum), Kanada und Neuseeland und vieles mehr. Aber ein Entspannungsurlaub, bei dem man sich um nichts kümmern muss, ist hin und wieder eine sehr feine Sache.

Hier nochmal meine Tipps:

1. Recherche

Es gibt unzählige Angebote für Familien-All inclusive-Hotels und die richtige Recherche ist das A und O: Überlegt genau, was euch im Urlaub wichtig ist und stimmt das Hotel auf eure Bedürfnisse ab. Soll es lieber ein großes Hotel mit vielen Angeboten wie ein eigener Wasserpark und Sportmöglichkeiten sein oder wollt ihr lieber mehr Ruhe und einen privaten Strandabschnitt? Oder eine Anlage, die beides hat? Für mich wäre z.B. eine Woche mittelmäßiges Essen der Urlaubskiller schlechthin, weshalb ich darauf bei der Recherche und den Bewertungen großen Wert lege.

2. Preis-Leistungs-Verhältnis

Nicht erschrecken, wenn die Preise in den guten AI-Hotels auf den ersten Blick hoch erscheinen, sondern Preis und Leistung mal wirklich vergleichen: zum einen ist ja die Anreise auch im Preis mit drin und gerade bei Flug-Pauschal-Reisen zahlen Kinder oft nur einen kleinen Betrag und haben trotzdem ihren eigenen Sitz im Flieger. Und je nach Verpflegungsangebot braucht man im AI-Urlaub zusätzlich kaum Geld, weil jede Mahlzeit, jedes Eis, jeder Cappucchino, jedes Glas Wein bereits bezahlt ist.

3. Eine Woche reicht

Ein guter All inclusive-Urlaub kann eine Geldfrage sein, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine Woche auch reicht. Da man vor Ort weder nach einem Supermarkt suchen noch die Handtücher waschen oder die Spülmaschine einräumen muss, beginnt die Entspannung eigentlich schon direkt bei der Ankunft und nach einer Woche ist man dann schon ganz gut erholt (und mir wird es nach einer Woche am gleichen Fleck doch auch irgendwann langweilig). Und ganz ehrlich: lieber eine Woche eine schöne als zwei Wochen eine mittelmäßige Unterkunft.

4. Früh buchen

All inclusive-Urlaub ist teuer, deshalb lohnt es sich ungemein, beim Buchen sehr früh dran zu sein. Im Winter gibt es die besten Angebote für das kommende Jahr und außerdem noch die freie Auswahl an Zimmerkategorien und Flugzeiten.

 

 

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